Sogar Politiker der höchsten Riege wurden schon dabei ertappt, die brutto-netto Begrifflichkeiten durcheinander gebracht zu haben. Viele tun sich schwer damit, die beiden Worte immer richtig einzusetzen.
Brutto, netto und ähnliche steuerliche Begriffe sind zwar allen Menschen, die fähig sind, auch nur halbwegs mit Geld umzugehen, bekannt, doch die Begriffe werden von vielen oft falsch eingesetzt. Es gibt viele Eselsbrücken, die dabei helfen sollen, die Begriffe richtig zu sortieren. Doch da die Steuern bei manchen Beträgen aufgerechnet werden, von anderen dagegen abgezogen werden, führt selbst diese Eselsbrücke immer zu Verwirrungen.
Brutto beginnt mit "b", genau, wie das Wort "bevor". Dieses Wort bezeichnet also den Betrag, bevor die Steuern berechnet werden. Netto, das mit "n" wie "nach" beginnt, bezeichnet den Betrag, nachdem die Steuern berechnet werden. Dies bedeutet, die Preise im Supermarkt, die bereits mit der Mehrwertsteuer addiert wurden, sind netto Preise, während das Gehalt, von dem die Steuern später noch bezahlt werden müssen, mit brutto bezeichnet wird.
Viele finden dies verwirrend, weil sie brutto-netto nicht in mehr-weniger übersetzen können. Bei Preisen wird die Mehrwertsteuer aufgerechnet, während bei Gehältern die Steuern abgezogen werden. Daher ist brutto in einem Fall mehr als netto im anderen Fall weniger. Eine Schande ist es daher nicht die Begriffe zu verwechseln, solange man sich mit dem Gesprächspartner darüber verständigen kann, was man meint. Da aber jeder meint, man müsste sich schämen, wenn man die Worte vertauscht, kann es vorkommen, dass ein Gespräch missverstanden wird.
Solange man nicht selbst Wirtschaft studiert hat, oder beruflich mit Steuern täglich zu tun hat, ist diese Scham unbegründet. Jedoch als führender Politiker, der sich gerade mit Steuerreformen beschäftigt, ist dies ein Fettnäpfchen, in das man nicht treten sollte. Im Eifer des Gefechts kann es aber auch einem Spezialisten geschehen, dass brutto und netto verwechselt werden. Solange der Fehler sofort auffällt und korrigiert wird, entsteht aber auch hierbei kein Schaden, der mit einem beschämten Lächeln nicht wieder aufgehoben werden könnte. Es geht schließlich nur um das Wort und nicht um das Verständnis des Steuersystems. Eine Namensverwechslung verrät nicht sofort absolutes Unwissen.
23. April